Am 14.05. 2008 stand ein besonderes Ereignis auf dem Programm. Eine Gruppe von my.worX besuchte die Cook/Forster Sammlung  im Völkerkundlichen Institut.

Zunächst gab es eine Einführung mit geschichtlichen Daten über die Unternehmungen des englischen Kapitäns James Cook. Der Ruhm dieses Mannes gründet auf 3 Weltreisen, die er zwischen 1768 und 1780 im pazifischen Raum unternommen hatte. Dabei wurde von ihm und seinen Begleitern umfangreiche zoologische, botanische und völkerkundliche sowie kartografische Sammlungen angelegt.

Durch die Verbindung Englands mit dem Königshaus Hannover ergab sich eine Beteiligung deutscher Naturforscher in der Person von Reinhold Forster und dessen Sohnes Georg Forster an den Weltreisen Cooks.
Der Initiative des Göttinger Naturforschers Johann Friedrich Blumenbach ist es vorrangig zu verdanken, das neben Kulturzeugnissen aus der arktischen Polarregion auch 500 Artefakte aus Ozeanien und Amerika nach Göttingen gelangten.

Der Vortrag des Herrn Hofmann nahm Bezug auf die gesellschaftlichen und historischen Hintergründe dieser Region und der Bedeutung der ausgestellten Artefakte im kulturgeschichtlichen Zusammenhang. Herr Hofmann gestaltete die Führung und den Vortrag in sehr lebendiger, anschaulicher Weise – so dass die Besucher einen interessanten Einblick in dieses Thema erhielten. Die Ausstellungsgegenstände wurden so in einen lebendigen Kontext gestellt, da sie die kulturellen Verhältnisse widerspiegeln, die in weiten Teilen der Südsee in dieser Zeit bestanden. Als Ausdruck der Kultur dieser Region verloren die Ausstellungsstücke ihre Fremdartigkeit, da sie im kulturellen Zusammenhang präsentiert wurden – was dem Vortragenden sehr gut gelang!

Eines der wertvollsten und zugleich ältesten Objekte der völkerkundlichen Sammlung stammt aus Ozeanien (Südsee). Es ist das Trauergewand von Tahiti, das während der Entdeckungsreisen des englischen Kapitäns James Cook im 18 Jh. erworben wurde. Das Gewand wurde nur von einzelnen Priestern bei der Bestattung hochrangiger Häuptlinge getragen und stellte insofern auch für die Einheimischen eine Rarität dar!

Es legt zugleich Zeugnis von der Kunstfertigkeit der Südseebewohner ab.

Als kulturelle Besonderheit erwähnte der Vortragende die Herkunft dreier Bezeichnungen, die wir übernommen haben und die tatsächlich aus dem Ozeanischen Raum stammen: Zum einen das Wort „tabu“, welches einen verbotenen Bereich bezeichnet, der aus religiösen Gründen zu meiden ist. Interessant ist die Bedeutung des Wortes Kanake, welches eigentlich nur Mensch bedeutet ohne die abwertende Tendenz in unserem Sprachgebrauch. Als drittes Wort nannte er den Begriff „Tatau“, der in unserer Sprache als „Tattoo“ Eingang gefunden hat. Hierbei handelt es sich um Körperbemalung, die als Initiationsritus in die Erwachsenenwelt diente.

Die Gesellschaften Ozeaniens wiesen eine entwickelte Gesellschaftsstruktur auf, die u.a. durch Arbeitsteilung gekennzeichnet war. Die herrschende Schicht legitimierte ihre Macht allerdings durch Rang und Würdezeichen sowie durch den Glauben, selbst von Göttern abzustammen, während die einfache Bevölkerung von Maden abstammen sollte, was keinesfalls als adeliger Ursprung anzusehen ist. Dies kann auch als Hinweis auf eine starke Trennung der einzelnen Gesellschaftsschichten untereinander verstanden werden, die sich auch auf den Wert der einzelnen Person auswirkt.

Als abschließender zusammenfassender Eindruck bleibt die Erkenntnis, dass die Kultur Ozeaniens auf drängende Probleme und Fragen ihrer Zivilisation ihre ganz spezifischen Lösungen suchte und fand, die auch für uns verständlich und nachvollziehbar sind, obwohl diese in unserer „entwickelten“ Kultur viel differenzierter gelöst werden.

 

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